Eine starke Interessengemeinschaft für Kinder
 
 

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Wünsche und Informationen

Ein Brief von Dietrich Kebschull

(Mai 2011)

 

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IGEP zertifiziert
nach ISO 9001

Am 11.09.2009 erhielt die IGEP Gurgaon, Haryana (Indien) von der ETCS S.A. Luxembourg (Luxemburg) die internationale Anerkennung als Zertifizierungsstelle nach ISO/IEC 17021.

 

IGEP nach ISO 9001 zertifiziert

 

 

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Wer kontrolliert?

Die Kontrollen in Indien werden von IGEP CERT durchgeführt. Diese ISO-akkreditierte Auditierungs- und Zertifizierungseinrichtung gehört zur IGEP Foundation (www.igep.org). Sie arbeitet nach den Richtlinien der weltweit anerkannten International Standard Organisation (ISO).

 

Die IGEP Foundation ist die Nachfolgeorganisation des von der indischen und deutschen Regierung gemeinsam getragenen Indo-German Export Promotion Programme (1988-2005). Die Foundation wird weiterhin vom indischen Ministry of Commerce and Industry unterstützt. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in der Beseitigung von Kinderarbeit und der Einführung von Sozial- und Umweltstandards.

 

Die Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarbeit begannen bereits Anfang der neunziger Jahre. 1994 gründete IGEP die Rugmark Foundation India, um Kinderarbeit und Ausbeutung in der Teppichindustrie zu verhindern (www.rugmarkindia.org). Der Gründungsvorsitzende, Dr. Kebschull, ist Chairman der IGEP Foundation. Die IGEP Geschäftsführerin, Frau Sharda Subramaniam, arbeitet ehrenamtlich als Managing Director für Rugmark. Die beiden indischen Stiftungen IGEP und Rugmark arbeiten eng und systematisch koordiniert zusammen. Um Rugmarks umfangreiche Erfahrungen optimal nutzen zu können, wurde für den Natursteinbereich eine offizielle Kooperation vereinbart. Sie umfasst – bei Bedarf - auch die gegenseitige personelle Unterstützung.

 

Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Indian Monuments Manufacturers Association (IMMA; www.immaonline.com) und der Interessengemeinschaft Natursteine  ist partnerschaftlich. Der bewusste Verzicht auf Kinderarbeit und Verbesserungen im gesamten Abbau und Produktionsbereich soll andere, bislang noch nicht in diesem Bereich engagierte Unternehmen positiv beeinflussen, die Lebensbedingungen der weniger privilegierten Gesellschaftsgruppen nachhaltig zu verändern. Einwandfreie und sozial verantwortliche Produktion ist entscheidend für die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition. Sie ermöglicht einen stabilen und längerfristig steigenden Absatz. Dies kommt nicht nur den Unternehmen zugute, sondern ermöglicht sichere Einkommen für die Beschäftigten und die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze. Die Interessengemeinschaft IGN e.V., IMMA und IGEP sorgen damit für nachhaltige Entwicklung.

 

In der  indischen Teppichwirtschaft haben IGEP und Rugmark dies bereits erreicht. Mehr als 8 Mio. Teppiche mit dem Rugmark-Siegel, das für Produkte ohne Kinderarbeit steht, wurden exportiert. Dies erhielt tausende von Arbeitsplätzen und verhinderte den drohenden Zusammenbruch der Industrie, die von einem weltweiten Boykott bedroht war. Durch Information und Öffentlichkeitsarbeit konnte das beschädigte Image indischer Produkte wirkungsvoll zum Guten verändert werden. Um Kindern bessere Perspektiven für ihre Zukunft zu geben, wurden ein Kinderheim und sechs Schulen mit mehr als viertausend Schülern eingerichtet. Ärzte führen regelmäßige Gesundheitskontrollen und Behandlungen für die Kinder und ihre Familien durch. Für junge Frauen gibt es ebenso wie für die Schüler erste Berufsbildungskurse. Die Finanzierung erfolgt ohne staatliche Unterstützung auf rein privatwirtschaftlicher Basis durch Beiträge der Produzenten, Exporteure und Käufer.

 

Aufgrund der weltweit anerkannten Erfolge im Teppichbereich haben indische Verbände und Organisationen IGEP mit Arbeiten gegen Kinderarbeit und für soziale Verantwortung betraut. Dies gilt vor allem für Sektoren wie Leder, Schmuck, Textil und Bekleidung sowie Kunstgewerbe und Geschenkartikel.

 

1997 erfolgte die erste umfassende Auditierung und Zertifizierung von indischen Lieferanten im Bereich der Schuhproduktion für die Firma Deichmann. Dabei ging es neben dem absoluten Ausschluss von Kinderarbeit um Aspekte wie Sicherheit am Arbeitsplatz, Einhaltung von Mindestlöhnen, korrekte Vergütung von Überstunden, Hygiene, Vermeidung von Diskriminierungen und Vermeidung von Umweltschäden und zusätzlicher Umweltbelastungen. Dazu entwickelte IGEP zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) den neuen Standard ISES 2020. Er entspricht weitgehend dem Standard SA 8000 und den gegen-wärtig  in Vorbereitung befindlichen ISO Vorschriften.

 

Nach weiterer Verbreitung dieses Ansatzes in der Leder produzierenden und verarbeitenden Industrie begann 1999 zusammen mit der GTZ die Kooperation mit der Außenhandelsvereinigung des deutschen Einzelhandels (AVE; www.ave-koeln.de), die sich auf alle wichtigen Einzelhandelsunternehmen einschl. Kauf-, und Versandhäuser, Discounter und Handelsketten erstreckt. Gemeinsam wurde ein System für die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards in Lieferbetrieben entwickelt. In dem ersten Pilotvorhaben erfasste es die indische Textil- und Bekleidungsindustrie. Drei Jahre später wurde es auf andere Industrien und fünfzehn Entwicklungsländer ausgedehnt (u.a. Türkei, China, Hongkong, Indonesien, Vietnam, Bangladesch). Mit der Erweiterung der Sektoren und Bezugsländer von Deutschland auf die EU und andere Staaten übertrug der AVE seine Arbeit auf diesem Gebiet an die Business Social Compliance Initiative (BSCI; www.bsci-eu.org) in Brüssel. Die IGEP Foundation arbeitet heute dementsprechend als Service-Organisation für AVE/BSCI in Indien. Sie ist Anlauf-, Kontroll- und Beratungsstelle für Käufer und Lieferanten sowie für alle potenziellen Interessenten. Auftauchende Probleme werden gemeinsam identifiziert und gelöst. Sie werden auch in den regelmäßig stattfindenden Round Table Veranstaltungen mit Vertretern aller betroffenen Gruppen erörtert. IGEP fungiert als Vermittler zwischen den Betroffenen und bei Gesprächen mit Regierungsstellen. Die Foundation sorgt auch für den Schutz des geistigen Eigentums entsprechend den einschlägigen nationalen und internationalen Vorschriften. Zusammen mit indischen Ministerien arbeitet sie an der weitreichenden Einführung von Sozialstandards und sozialer Verantwortung auf dem Indischen Subkontinent.

 

 

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